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Offener Wettbewerb

Der Europa-Arbeitskreis der Drechsler in der Drechslerinnung Baden-Württemberg schreibt zum Eurosymposion jeweils einen offenen Wettbewerb aus. Gewertet wird in drei Klassen. Es gibt in allen Klassen attraktive Preise zu gewinnen.

Wettbewerbsthema für 2018:
"deux pièces - two parts - zwei Teile"

Sämtliche Modalitäten für den Wettbewerb wie Startklassen, Anmeldeschluss, Preise, usw. findet ihr auf unserem Flyer für das Symposion. Hier geht es zum Flyer

Siegerportraits Wettbewerb 2017

Das erste Mal hat Kaspar Straub aus Rückholz im Allgäu am Internationalen Drechslerwettbewerb des Arbeitskreises Europadrechsler der Drechslerinnung Baden-Württemberg teilgenommen und gleich einen großen Wurf gelandet. Einen XXL-Wurf sozusagen. Zum Wettbewerbthema „Offen“ drehte er eine Kugel mit 85 Zentimetern durchmesser, ausgehöhlt und mit einem raffinierten Verschluss versehen. Der 58-Jährige ist Schreinermeister und hat vor sieben Jahren das Drechseln für sich entdeckt. Und das kam so: Beim Mountainbiken, dem zweiten großen Hobby, hatte er einige Apfelbaumknollen gefunden und seinen Freund, Drechslermeister Martin Adomat  aus Lengenwang, gebeten, ihm einige Kugeln draus zu drehen.

Doch dieser drehte den Spieß um: „Das kannst Du selber“, beschied er ihm, lud ihn zu einem Kurs ein, und Kaspar Straub war infiziert. Der Schreinermeister hat es nicht so mit den Miniaturen. Richtig groß muss es sein, was er sich auf die Drehbank spannt. Und so hat er sich das „XXL-Drechseln“ als Markenzeichen erarbeitet. Seine Youtub-Filme „Drechseln XXL mit Kaspar Straub“ haben bis zu fast einer halben Million Aufrufe.

Die Esche für die Kugel drehte Kaspar Straub aus einer über 100 Jahre alten Esche, die bei Ronried an der Straße gelegen hatte: wunderbar gewachsen, ohne Risse. Mit dem Besitzer wurde er schnell einig, nahm ein Stück mit und holte dann schnell auch den ganzen Rest.

„Zuerst wollte ich die Kugel ganz zuleimen“, erzählt der 58-jährige Handwerker. Dann sei ihm aber die Sache mit dem Verschluss eingefallen – und dass das für diesen Wettbewerb wohl genau das Richtige sei. Das fanden auch die Juroren, die ihm einmütig den ersten Preis zuerkannten. Der Verschluss sitzt so passgenau, dass man die Fuge kaum wahrnimmt: Ein durch ein winziges Loch eingeführter Imbusschlüssel spreizt vier Holzscheren so, dass der Deckel sich in den Falz hineinspannt.

Doch dies alles ist Arbeit für den Abend, fürs Wochenende und den Urlaub. Denn sein Geld verdient Kaspar Straub nach wie vor mit seiner Schreinerei. Mit drei Mitarbeitern fertigt er in seinem Betrieb alles für den Innenausbau, von modern bis rustikal und in mehr als 50 Holzarten. Seine Drechselobjekte können dort in einem Ausstellungsraum auf 130 Quadratmeter ebenfalls besichtigt werden.

Claudia Ramsteiner
Offenburger Tageblatt

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Jonas Pinne aus Bad Gandersheim / Lehrbetrieb Drechslerei Weiß in Sontheim

Oberwolfach. Schon im vergangenen Jahr sorgte Jonas Pinne dafür, dass der erste Preis in der Klasse Lehrlinge des Internationalen Drechslerwettbewerbs in Deutschland blieb. In diesem Jahr setzte ihn die Jury wieder erneut auf den ersten Platz . Mit seiner durchbrochen gedrehten Dose, die er zum Wettbewerbsthema „offen“ gestaltete, erwies er sich nicht nur als superpräsziser Tüftler, sondern auch als einer, der niemals aufgibt. Er hat schon gar nicht mehr gezählt, wie oft er zerbrochene Teile in die Brennholzkiste entsorgen musste. „Sehr viel Arbeit und sehr viel Hirnschmalz“, habe er in seine Arbeit gesteckt, lobte Innungsmeister und Leiter der Jury Markus Günter bei der Siegerehung. „Uns sehr viel Geduld“, fügte Jonas Pinne später hinzu.

Jonas Pinne war schon als Bub stets in der Werkstatt seines Vaters. Während der Realschulzeit wurde ihm klar, dass er in die Fußstapfen seines Vaters treten – aber keinesfalls zu Hause lernen will. Auch sein Vater wollte, dass der Junge in einem fremden Betrieb lernt und fragte bei Wolfgang Miller nach einer guten Lehrstelle. „Der Tipp war wirklich gut“, sagt der 17-Jährige. Die  Ausbildung bei Hans-Georg Weiß und seinem Vater Hans sei super, und die Vielseitigkeit seiner Aufgaben gefällt ihm besonders.

Seine  weitere Zukunft liegt klar vor ihm: Er will die Meisterprüfung ablegen und irgendwann die Werkstatt seines Vaters in Bad Gandersheim übernehmen.

Auch in der Freizeit wird ihm das Drehen immer wieder auch zum Hobby, wenn er nach Feierabend noch weiter an der Drehbank tüfelt.  Weitere Hobbys des jungen Handwerkers sind Moped fahren und angeln.  

Claudia Ramsteiner
Offenburger Tageblatt

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